Künstliche Intelligenz ist in vielen Schweizer Unternehmen angekommen. Mitarbeitende nutzen generative KI zur Erstellung von Texten, zur Recherche, für Analysen oder zur Unterstützung administrativer Tätigkeiten. Gleichzeitig bleibt in zahlreichen Organisationen unklar, wie aus einzelnen Anwendungen ein nachhaltiger Nutzen für das Unternehmen entstehen soll.
Die zentrale Frage lautet deshalb nicht mehr, ob Unternehmen KI einsetzen sollten, sondern wo und unter welchen Voraussetzungen ihr Einsatz tatsächlich sinnvoll ist.
Auch die Strategie Digitale Schweiz hebt künstliche Intelligenz als eines der zentralen Themen der digitalen Transformation hervor. Der Bund verfolgt dabei ausdrücklich das Ziel, die Chancen der Technologie zu nutzen und gleichzeitig ihre Risiken verantwortungsvoll zu begrenzen. Im März 2026 schrieb die Bundeskanzlei zudem IT-Dienstleistungen in den Bereichen Daten und KI im Umfang von insgesamt 57 Millionen Franken aus – ein deutliches Signal für die strategische Bedeutung dieser Themen.
Warum viele KI-Initiativen nicht skalieren
Häufig beginnen KI-Projekte mit einem bestimmten Tool. Erst danach wird nach Einsatzmöglichkeiten gesucht. Dieses Vorgehen führt zwar schnell zu ersten Erfahrungen, aber selten zu einer tragfähigen Unternehmenslösung.
Typische Hindernisse sind:
- fehlende Verbindung zur Geschäftsstrategie,
- unklare Verantwortlichkeiten,
- unzureichende Datenqualität,
- isolierte Pilotprojekte,
- ungeklärte Datenschutz- und Sicherheitsfragen,
- fehlende Akzeptanz innerhalb der Organisation.
Ein produktiver KI-Einsatz beginnt daher nicht mit einer Softwareauswahl, sondern mit einer klaren geschäftlichen Fragestellung.
Drei Fragen für den Einstieg
1. Welches Problem soll gelöst werden?
Ein guter Anwendungsfall lässt sich konkret beschreiben. Soll die Bearbeitungszeit reduziert, die Qualität verbessert, Wissen besser zugänglich gemacht oder eine Entscheidung fundierter vorbereitet werden?
2. Sind Daten und Prozesse geeignet?
KI kann schlechte Daten und ineffiziente Prozesse nicht automatisch korrigieren. Häufig müssen zunächst Datenquellen bereinigt, Verantwortlichkeiten geklärt oder Prozesse vereinheitlicht werden.
3. Wer trägt die Verantwortung?
Auch wenn ein System Inhalte generiert oder Entscheidungen vorbereitet, bleibt die Verantwortung beim Unternehmen. Es braucht deshalb klare Regeln für Freigaben, Kontrollen, Datenschutz und den Umgang mit Fehlern.
Von der Technologie zur KI-Roadmap
Eine wirksame KI-Strategie muss nicht aus einem umfangreichen Grundsatzpapier bestehen. Für viele Unternehmen ist eine fokussierte Roadmap geeigneter:
- strategisch relevante Anwendungsfälle identifizieren,
- Nutzen, Aufwand und Risiken bewerten,
- zwei oder drei priorisierte Anwendungen testen,
- Governance und Verantwortlichkeiten definieren,
- Ergebnisse messen und erfolgreiche Lösungen skalieren.
So entsteht aus einzelnen Experimenten ein steuerbares Transformationsprogramm.
Fazit: Künstliche Intelligenz schafft nicht automatisch Mehrwert. Entscheidend ist, wie konsequent ihr Einsatz mit Strategie, Prozessen, Daten und Führung verbunden wird.
Die CONNECTIQ GROUP AG unterstützt Organisationen dabei, KI-Initiativen strategisch einzuordnen, geeignete Anwendungsfälle zu priorisieren und eine realistische Umsetzungsroadmap zu entwickeln.