Viele Unternehmen arbeiten mit Systemlandschaften, die über Jahre oder Jahrzehnte gewachsen sind. Diese Systeme erfüllen häufig weiterhin wichtige Aufgaben. Gleichzeitig erschweren sie Innovation, verursachen hohe Betriebskosten und begrenzen die Nutzung moderner Daten- oder KI-Lösungen.
Die Modernisierung wird damit zur strategischen Führungsaufgabe.
Schweizer Unternehmen planen 2026 wieder deutlich höhere Investitionen. Gemäss einer auf dem KMU-Portal des Bundes publizierten KOF-Erhebung sollen die Investitionen nach einem Rückgang im Vorjahr um 10,2 Prozent steigen. Umso wichtiger ist, Investitionen nicht lediglich in neue Technologien, sondern in ein tragfähiges Zielbild einzuordnen.
Warum ein vollständiger Ersatz selten die beste Lösung ist
Ein «Big Bang» klingt zunächst konsequent, bringt aber erhebliche Risiken:
- hohe Investitionen,
- lange Projektdauer,
- starke Abhängigkeit von Anbietern,
- betriebliche Unterbrechungen,
- Überforderung der Organisation,
- unklarer Geschäftsnutzen.
Genauso problematisch ist es, bestehende Systeme unbegrenzt weiterzuführen. Dadurch steigen technische Schulden, Sicherheitsrisiken und die Abhängigkeit von wenigen internen Wissensträgern.
Die richtige Lösung liegt häufig in einer schrittweisen Modernisierung.
Vier Schritte zu einer realistischen Roadmap
1. Transparenz schaffen
Zunächst braucht es eine vollständige Sicht auf Anwendungen, Schnittstellen, Datenflüsse, Kosten, Risiken und Verantwortlichkeiten.
Dabei sollte nicht nur die technische Qualität bewertet werden. Entscheidend ist auch die geschäftliche Relevanz jedes Systems.
2. Systeme nach Geschäftswert und Risiko klassifizieren
Eine hilfreiche Einteilung lautet:
- Beibehalten: stabil, wirtschaftlich und strategisch ausreichend.
- Modernisieren: fachlich wertvoll, technisch jedoch veraltet.
- Ersetzen: strategisch relevant, aber nicht mehr zukunftsfähig.
- Stilllegen: geringer Nutzen oder redundante Funktion.
- Konsolidieren: mehrere Lösungen erfüllen denselben Zweck.
3. Abhängigkeiten berücksichtigen
Die Modernisierung eines Systems beeinflusst oft Prozesse, Daten, Rollen und weitere Anwendungen. Eine Roadmap muss deshalb Abhängigkeiten sichtbar machen und eine sinnvolle Reihenfolge definieren.
4. Nutzen messbar machen
Jede Initiative sollte mit einem erwarteten Ergebnis verbunden sein, beispielsweise:
- geringere Betriebskosten,
- kürzere Prozesszeiten,
- höhere Sicherheit,
- bessere Datenverfügbarkeit,
- schnellere Produkteinführung,
- geringere Lieferantenabhängigkeit.
Der Zusammenhang mit Daten und KI
Moderne KI- und Analyseanwendungen benötigen verfügbare, konsistente und verständliche Daten. Eine fragmentierte Legacy-Landschaft ist deshalb häufig nicht nur ein technisches Problem, sondern eine Barriere für datengetriebene Geschäftsmodelle.
Modernisierung bedeutet jedoch nicht automatisch Cloud-Migration. Die passende Architektur hängt von Geschäftsmodell, Regulierung, Sicherheit, Kosten und vorhandenen Kompetenzen ab.
Fazit: Erfolgreiche Modernisierung beginnt nicht mit der Auswahl eines neuen Systems. Sie beginnt mit einem klaren Zielbild und einer priorisierten Roadmap.
Die CONNECTIQ GROUP AG unterstützt Organisationen dabei, ihre IT-Landschaft strategisch zu bewerten, Investitionen zu priorisieren und eine umsetzbare Modernisierungsroadmap zu entwickeln.
Nicht jede Technologie muss neu sein – aber jede muss zur Zukunft des Unternehmens passen.