Künstliche Intelligenz wird zunehmend Bestandteil von Geschäftsprozessen, Produkten und Führungsentscheidungen. Damit wächst auch die Verantwortung von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat.
KI ist kein Thema, das ausschliesslich an die IT-Abteilung delegiert werden kann. Ihr Einsatz betrifft Datenschutz, Informationssicherheit, Reputation, Personal, Compliance und teilweise das Geschäftsmodell selbst.
Im Jahr 2026 rückt insbesondere die Governance agentischer KI in den Vordergrund. Solche Systeme können Aufgaben zunehmend selbstständig ausführen und Entscheidungen vorbereiten oder treffen. Die Eidgenössische Finanzkontrolle verweist in diesem Zusammenhang auf neue Anforderungen an Transparenz, Kontrolle und Verantwortlichkeit. Auch die Bundesverwaltung baut ihre Kompetenzstrukturen für einen koordinierten und verantwortungsvollen KI-Einsatz aus.
1. Wo wird KI im Unternehmen bereits eingesetzt?
In vielen Organisationen ist die tatsächliche Nutzung umfangreicher als offiziell bekannt. Mitarbeitende verwenden frei verfügbare Anwendungen, Fachbereiche testen eigene Lösungen und Softwareanbieter integrieren KI-Funktionen automatisch in bestehende Produkte.
Der erste Schritt besteht deshalb in einer Bestandsaufnahme:
- Welche Systeme werden verwendet?
- Welche Daten werden verarbeitet?
- Welche Entscheidungen werden unterstützt?
- Welche externen Anbieter sind beteiligt?
- Welche Anwendungen wurden offiziell genehmigt?
Ohne Transparenz ist keine wirksame Governance möglich.
2. Welche Entscheidungen darf KI beeinflussen?
Nicht jeder Anwendungsfall hat dasselbe Risiko. Ein System, das interne Texte zusammenfasst, ist anders zu beurteilen als eine Anwendung, die Bewerbungen bewertet, Kreditentscheidungen vorbereitet oder Kundenprofile erstellt.
Unternehmen sollten Anwendungsfälle nach Risiko klassifizieren und festlegen, bei welchen Entscheidungen zwingend eine menschliche Kontrolle erforderlich ist.
3. Wer ist verantwortlich?
Die Verantwortung darf nicht zwischen IT, Fachbereich, Datenschutz und Anbieter verloren gehen.
Für jeden relevanten KI-Anwendungsfall sollten mindestens folgende Rollen geklärt sein:
- fachliche Verantwortung,
- technische Verantwortung,
- Datenverantwortung,
- Risiko- und Compliance-Verantwortung,
- Freigabe und laufende Überwachung.
Governance bedeutet nicht zusätzliche Bürokratie, sondern klare Entscheidungsfähigkeit.
4. Sind die verwendeten Daten geeignet und zulässig?
KI-Systeme sind von ihren Daten abhängig. Fehlerhafte, veraltete oder einseitige Daten führen zu unzuverlässigen Ergebnissen. Gleichzeitig dürfen vertrauliche Unternehmens- oder Personendaten nicht unkontrolliert an externe Systeme übertragen werden.
Verwaltungsräte sollten deshalb wissen, welche Daten genutzt werden, wo sie verarbeitet werden und wie ihre Qualität sowie Vertraulichkeit gewährleistet werden.
5. Wie wird der Nutzen gemessen?
KI-Projekte sollten nicht allein nach technischer Funktionalität beurteilt werden. Entscheidend sind messbare Ergebnisse, beispielsweise:
- geringere Bearbeitungszeiten,
- höhere Qualität,
- bessere Entscheidungsgrundlagen,
- reduzierte Kosten,
- verbesserte Kundenerfahrung,
- neue Ertragsmöglichkeiten.
Ohne definierte Kennzahlen besteht die Gefahr, dass Unternehmen viele interessante Pilotprojekte durchführen, aber keine nachhaltige Wirkung erzielen.
Fazit: Verantwortungsvolle KI-Governance verbindet Innovation mit Kontrolle. Sie schafft Klarheit, ohne die Entwicklung unnötig zu verlangsamen.
Die CONNECTIQ GROUP AG unterstützt Geschäftsleitungen und Verwaltungsräte bei der Einordnung von KI-Initiativen, der Entwicklung geeigneter Governance-Strukturen und der Priorisierung geschäftlich relevanter Anwendungsfälle.
KI braucht Innovation – und klare Verantwortung.